Rocephin does not work against Borreliae in the chronic form

Topics with information and discussion about published studies related to Lyme disease and other tick-borne diseases.
Martian
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Rocephin does not work against Borreliae in the chronic form

Post by Martian » Mon 27 Aug 2007 12:43

German doctor and researcher Martin Sievers says: "Rocephin hat keine Wirkung gegen Borrelien in der chronischen Verlaufsform und wirkt nicht gegen die zystischen und intrazellulären Formen der Borrelien."
Translation: "Rocephin does not work against Borreliae in its chronic form and does not work against cystic and intracellular forms of Borreliae."

Based on their qualities, a combination of hydroxychloroquine (Plaquenil) and doxycycline or minocycline is suggested by Sievers.

http://www.borreliose-treffpunkt.de/for ... php?t=6536
Dr Sievers hat gerade angerufen und hat mir e-mail geschrieben .
Habe ihn gefragt ob ich den brief ins Forumstellen darf,findet er o.k.
also hier seine mail
Sehr geehrte Frau Spohr

Meine Arbeitsgruppe forscht am Institut für Pharmazeutische Biotechnologie der Hochschule Wädenswil intensiv auf der Diagnostik der Lyme-Borreliose und Rickettsiose und auf der Bestimmung der geeigneten Antibiotika gegen Borrelien im Zellkulturmodell. Hierüber erscheint ein Artikel von mir im Borreliose Magazin.

Die Diagnostik der Lyme-Borreliose sollte mittels molekularbiologischer Methoden wie PCR und Serologie fundiert sein. Patienten mit einer HLA-Konstellation: HLA-Allel Hla-dr7 sowie Hla-dr6 produzieren Antikörper gegen Borrelien; hingegen ist der Hla-dr1-Typ nicht mit einer Antikörperbildung assoziiert.

Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung. Dennoch: Die richtigen Antibiotika, eine gesunde Ernährungsweise, Bewegung an der frischen Luft und unbedingt keine Einnahme von mehreren Mitteln wie Samento oder ähnliches neben den Antibiotika ist ratsam.

Wir haben sehr viel Erfahrung auf dem Gebiet der Lyme-Borreliose und Rickettsiose und gewinnen sehr viele Erkenntnisse aus der Forschung, die in die Therapie umgesetzt werden sollten. Dies habe ich in einem Fernsehinterview, das als Studiogespräch unter http://www.inform.tv, Rubrik Medizin, Seite 2, Studiogespräch Zecken zu sehen ist, betont. Eine längere Behandlung mit Antibiotika erfordert Diziplin; es ist jedoch ratsam auf Nebenwirkungen zu achten und bei zu starken Nebenwirkungen eine kurze Pause einzulegen.

Folgende Erkenntnisse aus unserer Forschung:

Die Borrelien kommen in der spirochätalen Form, in einer zystischen Form und intrazellulär vor.

Samento wirkt nicht; ist im Gegenteil leicht wachstumsfördernd auf die Borrelien und sollte auf keinen Fall eingenommen werden (hier habe ich schon persönlich viele Fälle erlebt, denen es nach Absetzung von Samento deutlich besser ergangen ist).

Bei der Einnahme von Doxycyclin sollte die therapeutische Konzentration im Blut, die nicht unter 5 mikrogramm/ml liegen soll, kontrolliert werden.

Rocephin hat keine Wirkung gegen Borrelien in der chronischen Verlaufsform und wirkt nicht gegen die zystischen und intrazellulären Formen der Borrelien.

Quensyl, Hydroxychloroquin ist in der Lage, zystische Formen der Borrelien abzutöten und lindert als „disease modifying antirheumatic drug" die Entzündungen bei Lyme-Arthritis. In der Schweiz wird das Antibiotikum unter dem Handelsnahme Plaquenil vertrieben. Die Einnahme ist 2 x 200 mg täglich.

Minocyclin ist lipidlöslich, kann in geringerer Konzentartion von 100 mg täglich über einen längeren Zeitraum (bis zu einem halben Jahr) eingenommen werden. Wird in der Regel gegen Akne verschrieben. Mein Kollege, Dr. med. Markus Fritzsche hat viel Erfahrungen mit Minocyclin und hat dies auch publiziert.

Telithromycin als Ketolid wirkt bei mir im Labor in vitro deutlich besser gegen Borrelien als Makrolide wie Chlarithromycin und Azithromycin.

Die Kombination von Quensyl mit Doxycyclin oder Quensyl mit Minocyclin ist in der Lage, weitgehend alle Formen der Borrelien abzutöten. Beide Antibiotika passieren die Blut-Hirn-Schranke.

Ich bitte Sie, mit Ihrer Hausärztin, ihrem Hausarzt die Therapie abzusprechen, und den Einstieg in die Quensyl/Minocyclin-Therapie zu starten und etwas Geduld bei der Wirkung zu haben.



Mit freundlichen Grüssen und viel Erfolg bei der richtigen Therapie und vor allem baldige Genesung.



Martin Sievers

Prof. Dr. Martin Sievers
Hochschule Wädenswil
Institut für Pharmazeutische Biotechnologie
Einsiedlerstrasse 31
CH-8820 Wädenswil

cave76
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Re: Rocephin does not work against Borreliae in the chronic form

Post by cave76 » Tue 28 Aug 2007 21:37

Can anyone tell me if the word "chronic" is defined in this article?

Thank you.

Martian
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Re: Rocephin does not work against Borreliae in the chronic form

Post by Martian » Wed 29 Aug 2007 0:45

cave76 wrote:Can anyone tell me if the word "chronic" is defined in this article?
I believe not.

I am not sure if with "chronischen Verlaufsform" is meant a chronic form of Borreliae (e.g. L-form or non/slow-dividing stage of Bb?) or chronic Lyme disease.

Anyway, it's true that Rocephin can't kill intracellular Borreliae en cystic forms. Therefore it surprises me that some people receive only Rocephin for many months, or even longer than a year.

Martian
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Activity of antibiotics and plant-extracts on growth of Bb

Post by Martian » Wed 19 Sep 2007 15:56

The comments from Martin Sievers are based on a study he has done with a few others, but which is still unpublished AFAIK:

http://www.lebensmittel.ch/index.cfm?uu ... onlyhead=0
Therapie der Lyme-Borreliose: Wirkung von Antibiotika und Pflanzenextrakten auf das Wachstum von Borrelia burgdorferi

An der Hochschule Wädenswil kultivieren wir die Borrelien in Nährlösung und zusammen mit menschlichen Endothelialzellen. Mit dieser Form der Kultivierung haben wir ein Instrument, um Antibiotika und Pflanzenextrakte auf das Wachstum der Borrelien zu testen. Borrelia burgdorferi ist in der Lage, zystische Formen in Anwesenheit von Penicillin und weiteren Antibiotika zu bilden. Eine kombinierte Behandlung, von Patienten mit Lyme-Borreliose mit Antibiotika, die auch die zystischen Formen angreifen, könnte ein neuer Therapieansatz sein. Im Rahmen des Projektes werden verschiedene Antibiotika, Kombinationen an Antibiotika und Pflanzenextrakte aus der wilden Karde auf Ihre Wirksamkeit gegen Borrelien getestet. Es gilt, den besten Ansatz zu bestimmen, der eine Abtötung aller Borrelien-Formen (motile und zystische) ermöglicht.
They cultured Borreliae together with human endothelial cells and tested the activity of several antibiotics and plant-extracts on the growth of Borrelia burgdorferi. I hope this interesting study will be published soon. (preferably in English instead of German).

On page 2 and 3 of the following PDF you can find an article about the study: http://www.hsw.ch/doc/doc_download.cfm? ... R_AUTOLINK&&
Unfortunately it's also in German, but at least check out the pictures on page 3, which show the effects of some antibiotics on the spirochetes.

The study shows again that intracellular and cystic forms of Bb need to be considered in the treatment of Lyme disease. A treatment with ONLY ceftriaxone, no matter how long, does NOT consider that, and makes no sense IMHO.

Martian
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Re: Rocephin does not work against Borreliae in the chronic form

Post by Martian » Wed 19 Sep 2007 18:11

cave76 wrote:Can anyone tell me if the word "chronic" is defined in this article?
I think Sievers meant "chronic" Lyme disease.

Another German MD says the following:

Source: http://www.zigann.net/downloads/hs_therapie.pdf
Wie ich bereits erwähnte, verordnete ich in den letzten 2 Jahren in meiner Praxis weder Rocephin noch Claforan aus folgenden mir wichtigen Gründen:

1, Patienten mit persistierender Borreliose haben nur wenige sich teilende Spirocheten im Blut/Liquor, sondern überwiegend intrazellulär liegende Borrelienformen. Deshalb ist weder Claforan noch Rocephin für dieses Stadium geeignet, denn diese AB hemmen die Zellwandsynthese sich teilender Bakterien und wirken nur dadurch bakterizid.

2, Die Nebenwirkungen v.a. von Rocephin sind erheblich, sie reichen von einfachem Durchfall bis zur pseudomembranösen Colitis, von Ausbildung von Gallenblasengriess bis zur akuten Cholecystitis, die eine sofortige Operation erforderlich machen kann. Auch Allergien und Blutbildveränderungen bis zur Agranu-locytose werden berichtet (s. a. Beipackzettel von Hoffmann-La Roche). Dies wurde auch bei den neuesten Guidelines der IDSA (Infectious Diseases Society of America) vom Oktober 2006 so gesehen und man formulierte: “Zur Behandlung der frühen Form von Lyme-Disease ist Ceftriaxon- auch wenn es wirksam ist- so doch den oralen Substanzen nicht überlegen und es verursacht wahrscheinlicher als die empfohlenen oral einzunehmenden antimikrobiellen Substanzen ernsthafte Nebenwirkungen. Deshalb ist Ceftriaxon nicht empfohlen für Patienten mit Lyme-Disease in der Frühphase, solange keine neurologischen Beeinträchtigungen bestehen oder ein fortgeschrittener cardialer AV-Block“.

3, Betalactam-Antibiotika, v.a die Cephalosporine führten bei in-vitro-Versuchen vermehrt zur Ausbildung von cystischen Formen der Borrelien, d.h. sie waren nicht in der Lage, die Borrelien zu zerstören, sondern trieben sie in ihre „Hungerform“, die aber gleichzeitig auch eine Chronifizierung der Krankheit begünstigt. (Persönliche Mitteilung von Prof. Sievers, Hochschule Wädenswil, Schweiz im Februar 2007).

4, Mikrobiologische in-vitro-Untersuchungen an der Hochschule Wädenswil unter der Leitung von Prof. Sievers konnten auch zeigen, daß Chloroquin (z.B. Quensyl) Borrelien völlig zerstören kann, während dies mit dem Antiprotozoikum Metronidazol nicht gelang.

Dieses Forschungsergebnis bestätigt auch unsere klinische Beobachtung, dass die besten Therapie-Ergebnisse bei einer Kombinationstherapie von Makroliden mit Quensyl zu erreichen sind.

Aufgrund dieser Fakten und Informationen sollte deshalb das Dogma, dass nur eine Rocephin-Infusionstherapie der „Gold-standard“ für die Therapie aller Borrelioseformen sei, zum jetzigen Zeitpunkt ernsthaft neu überdacht werden.

Denn während Rocephin in der Frühphase der Erkrankung eine gute Wirkung auf die sich teilenden Spirochäten haben mag/hat und v.a. bei Beteiligung des ZNS seine Anwendung berechtigt ist wegen der guten Liquorgängigkeit, gilt dies nicht für die chronischen Krankheitsphasen mit ihren überwiegend intrazellulär liegenden Borrelienformen.
I guess I have to translate for some of you. Perhaps I do that later. In summary: it explains why ceftriaxone, despite the existing dogma, is not the "gold standard" for Lyme, especially not for chronic Lyme, and that antibiotics that work intracellular are mandatory. Several points are made to explain why.

Nick
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Re: Rocephin does not work against Borreliae in the chronic form

Post by Nick » Wed 19 Sep 2007 19:25

although interesting work, there are some important limitations to the research from Sievers, e.g.:
1. in vitro cells do not include the human immune system, only a small part of it. Because of this, it is dangerous to make assumptions about in vivo action of substances like cat's claw or certain antibiotics that have both direct and indirect effects on our immune system.
2. in vitro cells (partly depending on cell line used) do not have all the metabolic functions available that exist in vivo; this may contribute to the relatively poor results for Metronidazol (which seems extremely powerful in actual use for most lyme patients).
The in vitro experiments done by the Brorsons have similar problems.

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Re: Rocephin does not work against Borreliae in the chronic form

Post by Martian » Wed 19 Sep 2007 20:06

Nick wrote:this may contribute to the relatively poor results for Metronidazol (which seems extremely powerful in actual use for most lyme patients).
I'm not sure, but I believe they only mention that Metronidazol gives poor activity against the spirochete form of Bb, while Plaquenil gives good activity against both forms of Bb. This makes me wonder about the activity of Metronidazol against the cystic form of Bb in this study.

The Brorsons study showed high activity of Metronidazol against the cystic form of Bb, but very poor (if any) activity against the spirochete form of Bb. See also: Comparison of "Cyst Busters". So Metronidazol (or Tinidazol) in combination with a regular antibiotic makes sense too.

It's true that in vitro studies have limitations, we must take that into account.

Nick
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Re: Rocephin does not work against Borreliae in the chronic form

Post by Nick » Thu 20 Sep 2007 12:58

Martian wrote: I'm not sure, but I believe they only mention that Metronidazol gives poor activity against the spirochete form of Bb, while Plaquenil gives good activity against both forms of Bb. This makes me wonder about the activity of Metronidazol against the cystic form of Bb in this study.
They mention that under in vitro conditions Metronidazol is not converted into its active form (because NADPH Nitroreductase enzyme is not available). I would guess that because of this limitation of the in vitro setup, they cannot say anything valid about Metronidazol activity against Bb/Bb cysts...

Chloroquin zeigt einen stärkeren Effekt auf die Abtötung
der Borrelien in BSK-H-Medium als Metronidazol
(Abbildung 6). Den Borrelien fehlt
unter in vitro-Bedingungen das Enzym NADPH
Nitroreductase, um Metronidazol in die therapeutisch
wirkende Form überzuführen.

Martian
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Re: Rocephin does not work against Borreliae in the chronic form

Post by Martian » Thu 20 Sep 2007 13:54

Nick wrote:Chloroquin zeigt einen stärkeren Effekt auf die Abtötung
der Borrelien in BSK-H-Medium als Metronidazol
(Abbildung 6). Den Borrelien fehlt
unter in vitro-Bedingungen das Enzym NADPH
Nitroreductase, um Metronidazol in die therapeutisch
wirkende Form überzuführen.
This makes me wonder several things:
-Have other researchers taken this into account?
-Does this not count for the cystic form? (in the Brorsons study MZ (and also TZ) was capable of killing cystic forms)
-Does NADPH Nitroreductase also need to be available with Tinidazole?
-Would it be possible to make NADPH Nitroreductase available in vitro?

Nick
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Re: Rocephin does not work against Borreliae in the chronic form

Post by Nick » Fri 21 Sep 2007 21:05

Martian wrote: This makes me wonder several things:
-Have other researchers taken this into account?
probably not considered in all vitro experiments ...
-Does this not count for the cystic form? (in the Brorsons study MZ (and also TZ) was capable of killing cystic forms)
maybe they use a different cell line or growth medium that doesn't have this problem; besides, I have read several times now that the Brorsons studies are difficult to reproduce ...
-Does NADPH Nitroreductase also need to be available with Tinidazole?
don't know, but I guess the mechanism for activation is similar
-Would it be possible to make NADPH Nitroreductase available in vitro?
that is probably more complicated than just adding the enzyme, so I think researchers don't bother
there are many potentials flaws in (these) in vitro experiments; not an issue as long as one recognizes the limitations, and one does not make generalized conclusions on the basis of such tests.

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